In einem ägyptischen Tempel wurden Hunderte von Münzen mit dem Bildnis Kleopatras VII. sowie die Überreste eines antiken Hafens freigelegt. Könnten diese Funde entscheidende Anhaltspunkte für das Auffinden der Grabstätte der legendären Pharaonin sein?
Das verschwundene Grab von Kleopatra ein wissenschaftliches Rätsel
Kleopatra VII. regierte Ägypten von etwa 51 bis 30 v. Chr. Zunächst teilte sie die Herrschaft mit ihrem Sohn Caesarion, das gemeinsame Kind mit Julius Caesar.. Nach der Ermordung Caesars im Jahr 44 v. Chr. ging sie eine politische und persönliche Verbindung mit Marcus Antonius ein, einem der führenden römischen Feldherren der späten Republik, mit dem sie drei Kinder hatte. Der Machtkampf zwischen Antonius und Octavian, dem späteren Augustus und ersten Kaiser Roms, endete mit der Niederlage des Antonius in einem Bürgerkrieg. Kleopatra nahm sich daraufhin das Leben, um einer öffentlichen Vorführung in Rom zu entgehen.
Die Grabstätte der letzten Herrscherin des ptolemäischen Ägyptens ist bis heute unbekannt. Die Archäologin Kathleen Martinez hat jedoch Indizien vorgelegt, die nahelegen, dass Kleopatra möglicherweise in Taposiris Magna beigesetzt wurde.
Dokumentarfilm enthüllt neue Funde zu Kleopatra
In der Tempelanlage von Taposiris Magna, einem bedeutenden Heiligtum des spätzeitlichen Ägyptens, wurden Hunderte von Münzen mit dem Bildnis Kleopatras VII. entdeckt. Die letzte Herrscherin des ptolemäischen Reiches ist in den antiken Quellen nicht nur als Königin, sondern auch als Verbündete und Geliebte von Julius Caesar und Marcus Antonius überliefert. Dasselbe Forschungsteam identifizierte zudem die Überreste eines versunkenen Hafens an der ägyptischen Mittelmeerküste und äußerte die Hypothese, Kleopatras Grabstätte könne sich in unmittelbarer Nähe, möglicherweise sogar unter Wasser, befinden.
Diese Entdeckungen stehen im Zentrum der neuen Dokumentation Cleopatra’s Final Secret, die auf dem National Geographic Channel ausgestrahlt und anschließend auf Disney+ sowie Hulu verfügbar sein wird. Der Film begleitet die Arbeiten der Archäologin Kathleen Martinez, die seit Jahren in Taposiris Magna arbeitet und überzeugt ist, den letzten Ruheort der Königin dort lokalisieren zu können.
Ist das Rätsel um Kleopatras Grab gelöst?
Nach Angaben von Kathleen Martinez wurden die Münzen in einem Tempel entdeckt, der der Göttin Isis geweiht war. Bei den Ausgrabungen kamen mehrere Hundert Exemplare ans Licht. Über 200 Münzen wurden im Innenhof, mehr als 300 im Eingangsbereich sowie weitere in unterschiedlichen Bereichen des Heiligtums entdeckt. Besonders bemerkenswert ist der Fund von über 330 Münzen in einem verborgenen „heiligen Graben“ nahe einer Tempelwand.
Zusätzlich konnte in unmittelbarer Nähe des Tempels ein antiker Hafen nachgewiesen werden, der heute unter Wasser liegt. Dort entdeckten Forschende Keramikfragmente sowie Stein- und Metallanker, die auf eine Nutzung während der Regierungszeit Kleopatras VII. hinweisen.
Die überwiegend aus Bronze gefertigten Münzen befinden sich derzeit noch in der Reinigung und Analyse. Erste Ergebnisse legen nahe, dass viele von ihnen Kleopatra VII. darstellen. Die Grabstätte Kleopatras VII. blieb bislang unentdeckt. Martinez hält Taposiris Magna für den wahrscheinlichsten Standort und verweist auf die enge Verbindung der Königin zur Göttin Isis sowie auf die große Zahl der Münzen mit ihrem Bildnis. Hinzu kommen zahlreiche Gräber aus der Epoche Kleopatras, darunter Bestattungen mit vergoldeten Mumien, die auf eine Nutzung der Anlage durch Angehörige der Oberschicht hindeuten.
Ein Teil der Fachwelt betrachtet diese Argumentation jedoch kritisch und geht weiterhin davon aus, dass Kleopatra in Alexandria beigesetzt wurde.



